Bava Metzia 212

Kapitel 212

א חזינא קשיא
1 Dies ist ein Einwand.
ב תני חדא פעם ראשונה ושניה זורעה ושלישית אינו זורעה ותניא אידך שלישית זורעה רביעית אינו זורעה לא קשיא הא כרבי הא כרשב"ג
2 Eines lehrt, er müsse es einmal und zweimalbesäen, ein drittes Mal braucht er es nicht mehr zu besäen, und ein Anderes lehrt, er müsse es ein drittes Mal besäen, ein viertes Mal aber nicht!? — Das ist kein Widerspruch; eines nach Rabbi und eines nach R. Šimo͑n b. Gamliél.
ג הא כרבי דאמר בתרי זימני הוי חזקה הא כרשב"ג דאמר בתלת זימני הוי חזקה
3 Eines nach Rabbi, welcher sagt, mit zweimal erfolge eine Feststellung, und eines nach R. Šimo͑n b. Gamliél, welcher sagt, mit dreimal erfolge eine Feststellung.
ד אמר ריש לקיש לא שנו אלא שזרעה וצמחה ואכלה חגב אבל זרעה ולא צמחה מצי אמר ליה בעל הקרקע כל ימי זרע זרעא לה ואזיל ועד אימת אמר רב פפא עד דאתו אריסי מדברא וקיימא כימה ארישייהו
4 Reš Laqiš sagte: Dies gilt nur von dem Falle, wenn er [das Feld] besäet hat, [das Getreide] gewachsen ist und Heuschrecken es abgefressen haben, wenn er es aber besäet und nichts gewachsen ist, so kann der Eigentümer des Grundstückes zu ihm sagen: säe immer weiter. — Bis wie lange? R. Papa erwiderte: Bis zu der Zeit, wo das Siebengestirn sich über dem Haupte der Feldbauer befindet, wenn sie aus dem Felde kommen.
ה מיתיבי רשב"ג משום ר"מ אומר וכן היה רבי שמעון בן מנסיא אומר כדבריו חצי תשרי מרחשון וחצי כסליו זרע
5 Man wandte ein: R. Šimo͑n b. Gamliél sagte im Namen R. Meírs, und ebenso sagte auch R. Šimo͑n b. Menasja: Die Hälfte des Tišri, Marḥešvan und die Hälfte des Kislev sind Saatzeit;
ו חצי כסליו טבת וחצי שבט חורף חצי שבט אדר וחצי ניסן קור חצי ניסן אייר וחצי סיון קציר חצי סיון תמוז וחצי אב קיץ חצי אב אלול וחצי תשרי חום
6 die Hälfte des Kislev, Ṭebeth und die Hälfte des Šebaṭ sind Herbst; die Hälfte des Šebaṭ, Adar und die Hälfte des Nisan sind Winter; die Hälfte des Nisan, Ijar und die Hälfte des Sivan sind Erntezeit; die Hälfte des Sivan, Tamuz und die Hälfte des Ab sind Sommer; die Hälfte des Ab, Ellul und die Hälfte des Tišri sind Spätsommer.
ז רבי יהודה מונה מתשרי ר"ש מונה ממרחשון
7 R. Jehuda beginnt die Zählung mit dem Tišri, R. Šimo͑n beginnt die Zählung mit dem Marḥešvan.
ח מאן מיקל בכולהו ר' שמעון וכולי האי לא קאמר לא קשיא הא דקבלה מיניה בחרפי הא דקבלה מיניה באפלי:
8 Der erleichterndsteunter allen ist ja R. Šimo͑n, und auch er geht nicht so weit!? — Das ist kein Einwand; eines gilt von dem Falle, wenn er es zur Frühsaat übernommen hat, und eines gilt von dem Falle, wenn er es zur Spätsaat übernommen hat.
ט רבי יהודה אומר אם קבלה ממנו במעות: ההוא גברא דקביל ארעא למיזרעה בהו תומי אגודא דנהר מלכא סבא בזוזי איסתכר נהר מלכא סבא אתא לקמיה דרבא אמר ליה נהר מלכא סבא לא עביד דמיסכר מכת מדינה היא זיל נכי ליה
9 R. J<small>EHUDA SAGT, HAT ER ES FÜR</small> B<small>ARGELD ÜBERNOMMEN &amp;C</small>. Einst übernahm jemand ein Feld am Ufer des Flusses Malka Saba für Bargeld, um auf diesem Knoblauch zu pflanzen, und darauf wurde der Fluß Malka Saba verstopft. Als er vor Raba kam, sprach er zu ihm: Der Fluß Malka Saba pflegt sonst nicht verstopft zu werden, somit ist dies eine Landplage; geh, ziehe ihm von der Pacht ab.
י אמרו ליה רבנן לרבא הא אנן תנן ר' יהודה אומר אם קבלה הימנו במעות בין כך ובין כך אינו מנכה לו מן חכורו אמר להו לית דחש לה לדר' יהודה:
10 Die Jünger sprachen zu Raba: Wir haben ja gelernt: R. Jehuda sagt, hat er es für Bargeld übernommen, könne er ihm ob so oder so von der Pacht nichts abziehen!? Dieser erwiderte: Es gibt niemand, der auf die Ansicht R. Jehudas achtet.
יא <big><strong>מתני׳</strong></big> המקבל שדה מחבירו בעשרה כור חטים לשנה ולקתה נותן לו מתוכה היו חטיה יפות לא יאמר לו הריני לוקח מן השוק אלא נותן לו מתוכה:
11 <b>W</b><small>ENN JEMAND VON SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN EIN</small> F<small>ELD FÜR ZEHN</small> K<small>OR</small> W<small>EIZEN JÄHRLICH</small> [<small>IN</small> P<small>ACHT</small>] <small>ÜBERNOMMEN HAT UND DIE</small> E<small>RNTE SCHLECHT AUSFÄLLT, SO GEBE ER IHM VON DIESER; IST DER</small> W<small>EIZEN BESONDERS GUT, SO KANN ER ZU IHM NICHT SAGEN, ER WERDE IHM WELCHEN AUF DEM</small> M<small>ARKTE KAUFEN, VIELMEHR MUSS ER IHM VON DIESEM GEBEN</small>.
יב <big><strong>גמ׳</strong></big> ההוא גברא דקביל ארעא לאספסתא בכורי דשערי עבדא אספסתא וחרשה וזרעה שערי ולקו הני שערי שלחה רב חביבא מסורא דפרת לקמיה דרבינא כי האי גונא מאי כי לקתה נותן לו מתוכה דמי או לא
12 GEMARA. Einst übernahm jemand ein Feld für Futtergras um einige Kor Gerste, und nachdem es Futtergras gebrachthatte, pflügte er es um und säete Gerste; die Gerste aber fiel schlecht aus. Da ließ R. Ḥabiba aus Sura am Euphrat Rabina fragen, wie es denn in diesem Falle sei: gleicht dies dem Falle, wenn die Ernte schlecht ausfällt, in welchem er ihm von dieser geben kann, oder nicht?
יג אמר ליה מי דמי התם לא עבדא ארעא שליחותא דמרה הכא עבדא ארעא שליחותא דמרה
13 Dieser erwiderte: Es ist nicht gleich; in jenem Falle hat der Boden die Aufgabe des Eigentümers nicht erfüllt, hierbei aber hat der Boden die Aufgabe des Eigentümers erfüllt.
יד ההוא גברא דקבל פרדס מחבריה בעשר דני חמרא תקיף ההוא חמרא סבר רב כהנא למימר היינו מתני' לקתה נותן לו מתוכה אמר ליה רב אשי מי דמי התם לא עבדא ארעא שליחותא הכא עבדא ארעא שליחותא
14 Einst übernahm jemand von seinem Nächsten einen Weinbergfür zehn Fässer Wein, und der Wein wurde sauer. Hierauf wollte R. Kahana entscheiden, dies gleiche dem Falle unserer Mišna von der Mißernte, in welchem er ihm von dieser geben kann; da sprach R. Aši zu ihm: Es ist ja nicht gleich; in jenem Falle hat der Boden seine Aufgabe nicht erfüllt, hierbei aber hat der Boden seine Aufgabeerfüllt.
טו ומודה רב אשי בעינבי דכדום ובשדה שלקתה בעומריה:
15 Jedoch pflichtet R. Aši bei in dem Falle, wenn die Trauben madig oder die Garben auf dem Felde mißraten sind.
טז <big><strong>מתני׳</strong></big> המקבל שדה מחבירו לזרעה שעורים לא יזרענה חטים חטים יזרענה שעורים רשב"ג אוסר תבואה לא יזרענה קטנית קטנית יזרענה תבואה ורשב"ג אוסר:
16 <b>W</b><small>ENN JEMAND VON SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN EIN</small> F<small>ELD</small> [<small>IN</small> P<small>ACHT</small>] <small>ÜBERNOMMEN HAT, UM ES MIT</small> G<small>ERSTE ZU BESÄEN, SO DARF ER ES NICHT MIT</small> W<small>EIZEN</small><small>BESÄEN, WENN ABER MIT</small> W<small>EIZEN ZU BESÄEN, SO DARF ER ES MIT</small> G<small>ERSTE BESÄEN</small>; R. Š<small>IMO͑N B.</small> G<small>AMLIÉL VERBIETET ES</small>. W<small>ENN MIT</small> G<small>ETREIDE ZU BESÄEN, SO DARF ER ES NICHT MIT</small> H<small>ÜLSENFRÜCHTEN</small><small>BESÄEN, WENN ABER MIT</small> H<small>ÜLSENFRÜCHTEN ZU BESÄEN, SO DARF ER ES MIT</small> G<small>ETREIDE BESÄEN</small>; R. Š<small>IMO͑N B.</small> G<small>AMLIÉL VERBIETET ES</small>.
יז <big><strong>גמ׳</strong></big> א"ר חסדא מ"ט דרשב"ג דכתיב (צפניה ג, יג) שארית ישראל לא יעשו עולה ולא ידברו כזב ולא ימצא בפיהם לשון תרמית
17 GEMARA. Was ist der Grund des R. Šimo͑n b. Gamliél? — Es heißt: <i>der Überrest Jisraéls wird kein Unrecht begehen noch Lüge reden; noch wird in jemandes Mund eine trügerische Zunge gefunden</i><i>werden</i>.
יח מיתיבי מגבת פורים לפורים ואין מדקדקין בדבר ואין העני רשאי ליקח מהן רצועה לסנדלו אא"כ התנה במעמד אנשי העיר דברי רבי יעקב שאמר משום ר"מ רשב"ג
18 Man wandle ein: Die Kollekte des Purimfestesmuß für [die Armen am] Purimfeste verwandt werden, und man darf hierbei nicht knausern; der Arme darf dafür nicht einmal einen Senkel für seine Sandale kaufen, es sei denn, daß er sich dies in Gegenwart der Stadtleute ausbedungen hat — so R. Ja͑qob, der es im Namen R. Meírs sagte. R. Šimo͑n b. Gamliél